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Reinigung der Stolpersteine in Nierstein – ein Zeichen setzen gegen Rechtsextremismus

Stolpersteine-2019-1 Reinigung der Stolpersteine in Nierstein

In Nierstein gibt es mittlerweile 55 Stolpersteine, die vor den Häusern der von den Nazis verfolgten Menschen in die Bürgersteige eingelassen wurden. Sie sind mit den Namen und Daten dieser Opfer nationalsozialistischer Verbrechen versehen. Die goldfarbene Messinglegierung verschmutzt im Laufe der Zeit. Deshalb hat sich der Geschichtsverein zur Aufgabe gemacht, diese Gedenksteine einmal jährlich zu reinigen. Corona bedingt konnte die Reinigung der Stolpersteine 2020 nicht in einer gemeinsamen Aktion stattfinden, doch zahlreiche Helferinnen und Helfer erklärten sich bereit, die Stolpersteine in Eigenregie zu putzen. Einige möchten „ihre" Stolpersteine auch zukünftig sauber halten. Jetzt steht der Frühjahrsputz an. Dies soll am 20. März 2021 erfolgen. „Es wäre schön, wenn nicht nur die bekannten Unterstützer „ihre" Steine an diesem Tag putzen, sondern auch weitere Mitstreiter sich beteiligen würden, um in kleinen Gruppen unterwegs zu sein. ‚Abstand halten, aber dennoch gemeinsam putzen' sollte das Motto dieser Aktion sein, die unserem Anliegen sicher große Aufmerksamkeit verschafft", meint Joachim Allmann, zuständig für die Gedenk- und Erinnerungsarbeit. Aus diesem Grund bittet der Geschichtsverein, alle Interessenten direkt Joachim Allmann (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, 0179/4468681) zwecks Organisation zu kontaktieren.

„Aus gegebenem Anlass sollten wir die diesjährige Reinigung der Stolpersteine nutzen, um uns auch gegen jegliche Form rassistischer oder fremdenfeindlicher Gesinnung auszusprechen", meint Hans-Peter Hexemer, Vorsitzender des Vereins. Allmann ergänzt: „Dass in unserer Heimatgemeinde Mitbürger übelsten rassistischen Beleidigungen ausgesetzt sind, ist nicht tolerabel. Angriffe auf Personengruppen, die von Rechtextremen als „undeutsch" gebrandmarkt werden, nehmen zu und Gedankengut, von dem wir lange glaubten, es gehöre der Vergangenheit an, ist längst in Teilen unserer Gesellschaft wieder angekommen." „Wir müssen diese Attacken auch als das sehen, was sie eben sind: Angriffe auf unsere Demokratie und unsere Freiheit. Diesen müssen wir entgegentreten. Wir dürfen nicht schweigen, sondern den Angegriffenen solidarisch beistehen. Denn so macht unsere Erinnerungsarbeit Sinn – ­auch in der Gegenwart", appelliert Hexemer. 

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